BAYERISCHE NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE

zu den korrespondierenden Zielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (SDGs)

Zukunftsfähige Energie (SDG 7)

Nachhaltigkeit im Energiesektor bedeutet, nicht nur in der Gegenwart, sondern auch für zukünftige Generationen eine sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung zu gewährleisten.

Die Bayerische Staatsregierung bekennt sich uneingeschränkt zur Energiewende und zum schrittweisen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie bis Ende 2022. Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens vom Dezember 2015 zu erreichen, ist ein grundlegender Umbau der Energiesysteme erforderlich. Mit der Energiewende sind in Deutschland und Bayern dafür wichtige Bausteine gelegt worden.

Nachhaltigkeit in der Energiewirtschaft bedeutet aber nicht nur die Energieeffizienz und den Anteil der erneuerbaren Energien zu erhöhen, sondern auch die Versorgungssicherheit dauerhaft auf einem hohen Niveau zu gewährleisten, ohne dabei die Bezahlbarkeit der Energie für alle Verbraucher aus dem Auge zu verlieren. Dies ist für den Industrie- und Wirtschaftsstandort Bayern von großer Bedeutung. Nur eine möglichst CO2-arme Stromerzeugung ist außerdem in der Lage, durch eine verstärkte Sektorkopplung einen Beitrag zur Nachhaltigkeit im Verkehrs- und Wärmebereich zu leisten.
Um den Wandel hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung erfolgreich zu gestalten, werden neue Technologien, Produkte und Dienstleistungen benötigt, die ohne Investitionen, insbesondere im Forschungsbereich, nicht denkbar sind. Innovative Lösungen werden auch im Ausland nachgefragt und können dabei helfen, den „Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle zu sichern“ (SDG 7).

Ziele

  • Sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung für Bayerns Bürger und Betriebe
  • Bayerisches Energieprogramm vom Oktober 2015 mit konkreten Zielen bis zum Jahr 2025
    • Weitere deutliche Reduzierung der jährlichen (energiebedingten) CO2-Emissionen auf 5,5 Tonnen pro Kopf (weitere Ziele siehe Handlungsfeld 1 „Klimaschutz“)
    • Erhöhung der Primärenergie-Produktivität um mindestens 25 Prozent gegenüber 2010
    • Verringerung des Primärenergieverbrauchs um 10 Prozent gegenüber 2010 und Beschränkung der Erhöhung des Stromverbrauchs möglichst auf ein Minimum
    • Weiterer Ausbau Erneuerbarer Energien
      • Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien an der bayerischen Stromerzeugung auf rund 70 Prozent (Wasserkraft und Photovoltaik rund 25 %, Bioenergie rund 15 %, Windenergie rund 5 % sowie Geothermie rund 1 %)
      • Erhöhung des Anteils regenerativer Energien am Endenergieverbrauch auf 20 Prozent

Maßnahmen

  • Einsatz für notwendige Anpassungen und Verbesserungen von auf Bundesebene geschaffenen Rahmenbedingungen, etwa bei bundesgesetzlichen Regelungen für weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung sowie für Speicher und Netzausbau
  • Bayerisches Energieprogramm mit eigenen Bayerischen Maßnahmen und Akzenten:
    • Effiziente Verwendung von Energie
      • Reduzierung des Energiebedarfs bzw. weitere Effizienzsteigerung: z.B. Förderung, Motivation und Beratung (insb. EnergieEffizienzOffensive), konkrete Unterstützung des energieeffizienten Bauens und Sanierens (10.000-Häuser-Programm, Energieleitpläne, Leuchtturmprojekte bei öffentlichen Gebäuden)
      • Erschließung der Energieversorgungspotenziale von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) durch Förderung des KWK-Einsatzes für private Bauherren und Aufzeigen von Abwärmepotenzialen im gewerblichen Bereich
      • Nutzung von Flexibilisierungspotenzialen (insbes. Lastmanagement, Sektorkopplung, flexible Erzeugung durch Biogasanlagen)
    • Nachhaltige Stromerzeugung
      • Weiterer Ausbau der Erneuerbaren Energien im Stromsektor durch Förderung verstärkter Markt- und Systemintegration der Erneuerbare-Energie-Anlagen und Nutzung der Ausbaupotenziale (insbes. Erweiterung der Flächenkulisse für Photovoltaik-Anlagen mit der Freiflächen-Anlagen-Verordnung)
      • Erhöhung der Integration erneuerbarer Energien durch Speicher: durch konsequente Ausweitung der Speicherforschung und Nutzung der Potenziale der Sektorkopplung
      • Stärkung dezentraler Energieerzeugung und Energiewende vor Ort: Unterstützung regionaler Akteure durch Information, Beratung und Förderung (Energie-Atlas Bayern, Energiecoaches, LandSchafftEnergie, Energienutzungspläne und -konzepte, Energieagenturen)
      • Gewährleistung der Versorgungssicherheit auf hohem Niveau durch Einsatz von klimafreundlichen Erdgasanlagen als Übergangslösung
    • Notwendiger Stromtransport
      • Anpassung der Netze als Folge weiteren Ausbaus Erneuerbarer Energien
      • Bürgerfreundlicher und umweltverträglicher Netzausbau, u.a. durch Vorrang der Erdverkabelung für Gleichstromverbindungen, Nutzung von Bestandstrassen und die frühzeitige Einbindung betroffener Bürger
    • Gewährleistung bezahlbarer Strompreise
      • Hinwirken auf Verbesserung der Rahmenbedingungen auf Bundesebene durch Forderung nach einem Gesamtkonzept für eine Strompreisbremse
      • langfristig Wechsel zu einem System, in dem bedarfsgerechte Einspeisung stärker honoriert wird.
    • Technologisch voranschreiten – Spitzenstellung verteidigen
      • Stärkung der F&E-Aktivitäten innovativer Unternehmen durch Förderung von Demonstrationsvorhaben und innovativen Projekten über das Energieforschungsprogramm
      • Stärkung der bayerischen Energieforschungslandschaft.
    • Chancen der Digitalisierung nutzen
      • Förderung von konkreten Forschungsprojekten im Rahmen der Strategie BAYERN DIGITAL
      • Verstärkte Vernetzung der Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft über Themenplattform Digitalisierung im Energiebereich
    • Förderung der Akzeptanz
      • ausführliches Informationsangebot (insb. Energie-Atlas Bayern)
      • Fortsetzung Energiedialog Bayern u.a. über Plattform Energie Bayern
      • Taskforce Netzausbau Bayern für eine transparente und frühzeitige Information aller Betroffenen.

Korrespondierende UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)

Die Vereinten Nationen haben mit der Agenda 2030 einen Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) entwickelt. Die zur Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie korrespondierenden SDGs im Bereich Klimawandel sind:

Bezahlbare und saubere Energie; Interner Link

Weitere Informationen zu den UN-Zielen finden Sie hier.

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