BAYERISCHE NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE

zu den korrespondierenden Zielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (SDGs)

Sozialer Zusammenhalt (SDGs 1, 3, 4, 5, 8, 9, 10, 11, 16)

Nachhaltig handeln heißt auch, den sozialen Zusammenhalt in Bayern zu sichern. Chancen- und Generationengerechtigkeit, verlässliche Perspektiven für Familien mit Kindern und Teilhabe für alle Menschen sind die Grundpfeiler echten Zusammenhalts.

Sozialer Zusammenhalt kann nicht staatlich verordnet werden, er erwächst aus den Familien, dem Ehrenamt, den Vereinen, den Kirchen. Zusammenhalt entsteht aus sozialer Verantwortung und menschlichem Miteinander. Der Staat muss die Rahmenbedingungen schaffen für eine Gesellschaft der Chancengerechtigkeit und der Teilhabe. Barrierefreiheit schaffen, heißt Teilhabemöglichkeiten für alle Menschen in Bayern eröffnen.

Digitalisierung und demografischer Wandel sind Megathemen der Zukunft und Herausforderungen für den sozialen Zusammenhalt. Eine zukunftsfähige Gesellschaft muss Lösungen finden, die den Bedürfnissen und Potentialen aller Menschen und Generationen bestmöglich gerecht werden. Dabei müssen in vielen Bereichen geltende Regeln im Sinne einer Sozialen Marktwirtschaft 4.0 neu verhandelt werden.

Gute Rahmenbedingungen für den sozialen Zusammenhalt in Bayern setzen heißt entscheidende Maßnahmen und Schritte insbesondere in den Bereichen Arbeit und Beschäftigung, Familie, Bildung, Ehrenamt, Leben im Alter, Gleichstellung und Integration zu ergreifen. Das Thema Integration wird weiter in einem besonderen Fokus stehen: Wie Integration heute gelingt, ist entscheidend für unsere Gesellschaft von morgen. Integration betrifft alle Lebensbereiche und ist ein wechselseitiger Prozess, der gefördert und eingefordert werden muss.

Zukunftsfähige Arbeit und Beschäftigung (SDGs 1, 3, 4, 8, 9, 10, 16)

Erwerbsarbeit ist für alle Bevölkerungsgruppen wichtig und notwendig, da sie Sinn stiften kann, für die allermeisten Menschen den Lebensunterhalt sichern muss und wichtigste Voraussetzung gegen Armut und für gesellschaftliche Integration und Anerkennung ist. Technischer und wissenschaftlicher Fortschritt, Globalisierung und demografischer Wandel bedeuten für den Arbeitsmarkt Chance und Herausforderung zugleich.

Bevölkerungsrückgang und -alterung führen in ganz Deutschland zu einem Fachkräftebedarf in vielen Bereichen.
Das Vollzeit-Normalarbeitsverhältnis muss die Regel bleiben. Gleichzeitig werden Wirtschaft und Arbeitswelt künftig von den Beschäftigten ein noch höheres Maß an Flexibilität verlangen. Einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit müssen Maßnahmen der Gesundheitsförderung, altersgerechte Arbeitsbedingungen und Qualifikationsmöglichkeiten gegenüberstehen.
Die Staatsregierung bekennt sich zur sozialen Marktwirtschaft und sieht Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und die anderen Sozialpartner als Eckpfeiler der Wirtschafts- und Sozialordnung. Eine Aufgabe der Wirtschaft besteht darin, den Fachkräftenachwuchs durch das Angebot geeigneter Ausbildungsplätze und betrieblicher Fort- und Weiterbildung sicherzustellen.

Ziele

  • Ausschöpfung des vorhandenen Beschäftigungspotentials noch stärker als bislang
  • Weitere Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Frauen, junger Menschen mit besonders schwierigen Startbedingungen, Langzeitarbeitslosen, Menschen mit Migrationshintergrund und von Menschen mit Behinderungen
  • Schaffung attraktiver, produktivitätsfördernder und arbeitnehmergerechter Arbeitsbedingungen. Hierzu zählen auch ein präventiver und adäquater Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
  • Unter Berücksichtigung der Wirtschaftsentwicklung und der sozialen und familiären Interessen der Erwerbspersonen darauf hinwirken, dass
    • die Erwerbstätigenquote der 15 bis 64-Jährigen weiterhin in Deutschland einen Spitzenwert erreicht,
    • die Erwerbstätigenquote Älterer (55 bis 64 Jahre) und von Frauen (15 bis 64 Jahre) weiter ansteigen kann,
    • die Erwerbstätigenquote von Migrantinnen und Migranten (15 bis 64 Jahre) weiter ansteigt und sich an die der Gesamtbevölkerung annähert
    • bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung Bayern im Ländervergleich eine Spitzenposition einnimmt,
    • sich die Teilnahme der Erwerbspersonen an beruflicher Weiterbildung erhöht.

Maßnahmen

  • Aktive Arbeitsmarktpolitik und zielgenauer Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente von Bund und Land in enger Abstimmung zwischen der Bundesagentur für Arbeit, Staatsregierung, Sozialpartnern und Kommunen
  • Zielgerichtete Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen im Arbeitsmarktbereich, insbesondere aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Arbeitsmarktfonds (AMF)
  • Stärkung der beruflichen Weiterbildung und noch bessere Verankerung des Grundsatzes des Lebenslangen Lernens auch ohne die Schaffung eines Weiterbildungsgesetzes für Bayern
  • Umsetzung des ganzheitlichen Ansatzes in weiteren Regionen Bayerns, um Langzeitarbeitslosen Perspektiven für eine berufliche Teilhabe zu ermöglichen, ebenso wie den Familien insgesamt bessere Chancen zu bieten (insbesondere mit Hilfe des ESF-geförderten Bedarfsgemeinschaftscoachings und der Projektidee CURA)
  • Unterstützung besonders benachteiligter junger Menschen auf dem Weg in Ausbildung und Arbeit durch das Förderprogramm „Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“
  • Unterstützung und Begleitung der Jugendlichen von der Schule bis zum Eintritt in die Arbeitswelt sowie Erhaltung der niedrigen Jugendarbeitslosigkeitsquote durch die Initiative „Fit für die Zukunft – Chancen für alle jungen Menschen in Bayern“
  • Schaffung von attraktiven Arbeitsbedingungen in Bayern für in- und ausländische Fachkräfte und Hochqualifizierte, um der Abwanderung ins Ausland zu begegnen und Rückkehrpotenziale optimal zu nutzen
  • Initiativen “Study and Stay in Bavaria“, um mehr ausländische Absolventen zur Arbeitsaufnahme in Bayern zu bewegen sowie „Return to Bavaria“ um bayerische bzw. deutsche Leistungsträger im Ausland für eine Rückkehr nach Bayern zu gewinnen
  • Verbesserung der Arbeitsmarktsituation Älterer sowie Unterstützung der Unternehmen bei der Bewältigung des demografischen Wandels durch die Initiative „Ältere und Arbeitswelt“
  • Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen zur Integration von Migrantinnen und Migranten in den ersten Arbeitsmarkt aus Mitteln des ESF
  • Erweiterung der Förderung betrieblicher Ausbildung sowie Förderung von Jobbegleitern und Ausbildungsakquisiteuren für anerkannte Asylbewerber sowie Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive und Geduldete im Rahmen der seit Oktober 2015 mit der Bayerischen Wirtschaft und der Arbeitsverwaltung abgeschlossenen Vereinbarung „Integration durch Ausbildung und Arbeit“, um eine schnelle und möglichst nachhaltige Integration in Ausbildung und Arbeit und damit eine soziale Integration zu erreichen (s. auch Ziffer 5.4)
  • Umsetzung eines effizienten bundesweiten Anerkennungsverfahrens für ausländische Bildungsabschlüsse und Stärkung der diesbezüglichen Beratungsangebote

Laufende Förderung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben durch Mittel der Ausgleichsabgabe, durch zusätzliche Sonderprogramme zur Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze und zur beruflichen Orientierung, Integration und Betreuung von Menschen mit Behinderung sowie durch ESF-Mittel für die berufliche Qualifizierung

Perspektiven für Familien (SDGs 1, 4, 5, 16)

Die Zahl der geborenen Kinder ist die entscheidende Einflussgröße für den demografischen Wandel, den Generationenvertrag und die Sicherung des Weiterbestehens der Gesellschaft. Mit der Erziehung ihrer Kinder schaffen Eltern Grundlagen für ein gelingendes Leben des Einzelnen und für eine stabile, zukunftsorientierte Gesellschaft.

Die Herausforderung besteht darin, auf eine kinder-, familien- und generationenfreundliche Gesellschaft hinzuwirken, in der Kinderwünsche verwirklicht werden, ein Leben mit Kindern unterstützt und die Entwicklung der Kinder bestmöglich gefördert wird.

Dies stellt ein gesamtgesellschaftliches Thema dar und kann nur im Zusammenwirken von Staat, Kommunen, Unternehmen und Gesellschaft erreicht werden. Für die Familienpolitik gilt es, ihre Möglichkeiten zu nutzen, um Familien zu entlasten, die Entscheidung für Kinder zu erleichtern und die Rahmenbedingungen für ihre Entwicklung günstig zu gestalten.

Ziele

  • Bayern weiter als Familienland etablieren
  • Breite Verankerung von Familienfreundlichkeit als handlungsleitendes Kriterium in der Gesellschaft, Mitdenken der Veränderungen und Anforderungen durch die Digitalisierung
  • Gestaltungsfreiheit für bayerische Familien durch finanzielle Leistungen und den Ausbau der Kinderbetreuung
  • Unterstützung der Landkreise und kreisfreien Städte bei der Etablierung eines bedarfsgerechten und koordinierten Gesamtkonzepts der Eltern- und Familienbildung, mit dem lebenslagenbezogen und wohnortnah alle Eltern erreicht werden
  • Eltern erhalten insbesondere auch in belastenden Situationen Unterstützung und Angebote durch die Kommunen
  • Unterstützung der Kommunen beim bedarfsgerechten Ausbau qualitativ hochwertiger Betreuungsplätze für Kinder
  • Stärkung der Elternbeteiligung sowie der Familienorientierung in Kindertageseinrichtungen
  • Bedarfsgerechter Ausbau der Angebote für sozial benachteiligte Kinder, Jugendliche und Eltern in allen Lebensphasen
  • Unterstützung der jungen Menschen beim Aufwachsen in digitalen Medienwelten

Maßnahmen

  • Fortführung des Betreuungsgeldes auf Landesebene (Bayerisches Betreuungsgeld)
  • Erhalt und bedarfsgerechte Weiterentwicklung der eigenständigen Familienleistung Bayerisches Landeserziehungsgeld (zuletzt Erhöhung der Einkommensgrenzen für ab 1. Januar 2017 geborene Kinder)
  • Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen
  • Qualitätsinitiative in Verbindung mit Bund-Länder-AG „Frühe Bildung“
  • Bayernweiter Ausbau von Familienstützpunkten zur Stärkung der Elternkompetenz durch das Förderprogramm zur Weiterentwicklung der kommunalen Eltern- und Familienbildung
  • Stärkung des erzieherischen Jugendmedienschutzes durch Angebote der Aktion Jugendschutz und des JFF – Instituts für Medienpädagogik einschließlich der Projekte ELTERNTALK und Webhelm
  • Rd. 180 Erziehungsberatungsstellen (einschl. Nebenstellen und Außensprechstunden) unterstützen Kinder, Jugendliche und Eltern insbesondere bei der Klärung und Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme
  • Über 100 KoKi-Netzwerke im Verantwortungsbereich der 96 bayerischen Jugendämter (Koordinierende Kinderschutzstellen) unterstützen Familien in belastenden Lebenssituationen mit Frühen Hilfen
  • Weiterentwicklung des Förderungsprogramms Jugendsozialarbeit an Schulen
  • Umsetzung des ganzheitlichen Ansatzes durch den Projektansatz CURA in weiteren Regionen Bayerns, um Langzeitarbeitslosen und ihren Familien Perspektiven für eine berufliche Teilhabe und insgesamt bessere Chancen zu bieten

Gleichstellung von Frauen und Männern (SDGs 5)

Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Tatsächlich bestehen aber nach wie vor oft erhebliche Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern.

Ziel der Gleichstellungspolitik ist es, Chancengerechtigkeit herzustellen und Rollenmuster aufzubrechen, damit Frauen und Männer frei über ihre Lebensgestaltung entscheiden können. Chancengerechtigkeit ist verfassungsrechtliche Vorgabe und gleichzeitig ein wichtiger Faktor für soziale Stabilität. Den Anspruch darauf haben Staat, Unternehmen und Gesellschaft einzulösen.

Im öffentlichen Dienst wurden mit dem Bayerischen Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern Rahmenbedingungen mit Vorbildcharakter geschaffen. Die Staatsregierung hat daneben durch Ministerratsbeschlüsse die geschlechtersensible Sichtweise als durchgängiges Leitprinzip für die gesamte Bayerische Staatsverwaltung verankert.

Ziele

  • Erhöhung des Frauenanteils in MINT-Berufen sowie des Männeranteils in sozialen Berufen und bei den Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen
  • Schaffen einer familienfreundlichen und chancengerechten Unternehmenskultur
  • Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen
  • Schließung der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern
  • Verbesserung der Chancen von Frauen am Arbeitsmarkt

Maßnahmen

  • Programm „Prima Mädchen – Klasse Jungs“ zur Sensibilisierung von Lehrkräften
  • Kampagne Herzwerker
  • Seminare für Frauen nach Familienphasen („Neuer Start“)
  • Projekte zur beruflichen Eingliederung von Frauen in arbeitsmarktlichen Schwerpunktregionen (Arbeitsmarktfonds)
  • Familienpakt Bayern zwischen der Bayerischen Staatsregierung und bayerischen Wirtschaftsverbänden zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Bayern. Kernstück des Familienpakts Bayern bildet die Servicestelle mit dem Online-Informationsportal www.familienpakt.bayern.de
  • Unternehmenswettbewerb „Erfolgreich.Familienfreundlich“ zur Sensibilisierung im Hinblick auf positive Auswirkungen von Familienfreundlichkeit auf Erfolg und Image von Unternehmen
  • Servicestellen in allen Regierungsbezirken Bayerns für zielgerichtetes und bedarfsgerechtes Coaching für Frauen zur Unterstützung bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder der Verbesserung der Erwerbssituation
  • Veränderung von Rollenbildern durch den Bayerischen Berufsbildungskongress, MINT-Fachtagungen, den Girls’ Day und den Boys’ Day um Jugendliche bereits frühzeitig für das Thema zu sensibilisieren

Integration (SDGs 1, 3, 4, 5, 9, 11, 16)

Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, die rechtmäßig und dauerhaft im Land leben, ist für den Zusammenhalt der Gesellschaft und den Erhalt des sozialen Friedens von herausragender Bedeutung.

Zentrale Ansatzpunkte für eine gelungene Integration bilden die Bereiche Sprache, Bildung und Arbeit, da diese Grundvoraussetzung jeglicher sozialer Integration sind. Derzeit hat mehr als jeder Fünfte in Bayern (insgesamt ca. 3Mio. Menschen) einen Migrationshintergrund. Die Tendenz ist steigend. Bayern wird noch vielfältiger, stellt sich den Herausforderungen und ist das Land der gelingenden Integration.

Der Zugang von Asylsuchenden war insbesondere von Sommer 2015 bis Anfang 2016 enorm. Die Integration der vielen, die so in unser Land gekommen sind und auch eine Bleibeberechtigung haben, ist eine der größten Herausforderungen deutscher und bayerischer Politik der nächsten Jahrzehnte.

Ziele

Ziele der Staatsregierung:

  • Begrenzung der Zuwanderung, um die Leistungsfähigkeit von Staat und Gesellschaft zu erhalten
  • Integration und Teilhabe durch Bildung und Spracherwerb von Anfang an
  • Wertevermittlung für ein gelingendes Miteinander
  • Integration durch Ausbildung und Arbeit, so dass Migrantinnen und Migranten auf eigenen Füßen stehen und ihren Beitrag für unser Gemeinwesen leisten können
  • Vermeidung von Parallelgesellschaften
  • Fortsetzung der guten Zusammenarbeit zwischen Freistaat und Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft beim Thema Integration

Maßnahmen

  • Inkrafttreten des Bayerischen Integrationsgesetzes (BayIntG) am 1. Januar 2017: Hauptansatzpunkte sind der Grundsatz des Förderns und Forderns, die Beschreibung und Vermittlung unserer Leitkultur und die Schaffung von klaren Regeln für ein gutes Miteinander
  • Bundesweit einmaliges Integrationskonzept „Zusammenhalt fördern, Integration stärken“ vom 09.10.2015 (Schwerpunkte: Förderung der deutschen Sprache, Wertevermittlung, Bildung in Kindertageseinrichtungen und Schulen, Wohnen sowie Arbeit und Ausbildung)
  • Intensive frühkindliche Sprachförderung durch eine um 30 % höhere Förderung für Kinder aus nichtdeutschsprachigen Familien und Vorkurse Deutsch 240, zusätzlich: Sonderförderprogramm zur Unterstützung bei der Aufnahme und Integration von Kindern mit Fluchterfahrung in Kindertageseinrichtungen und Großtagespflege sowie umfassende Informationskampagne zur frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung
  • Förderung der Sprachqualifizierung von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern mit Bleibeperspektive u.a. seit 2013 durch das Modellprojekt „Deutschkurse zur sprachlichen Erstorientierung für Asylbewerber“. Auf entsprechende Initiative des Freistaats hin werden nunmehr seit Juli 2017 auch auf Bundesebene durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Kurse zur Erstorientierung und Wertevermittlung für Asylbewerber angeboten.
  • Zahlreiche zielgruppenspezifische Projekte zur Wertevermittlung und Kurse zur Rechtsbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber
  • Vereinbarung „Integration durch Ausbildung und Arbeit“ mit der Bayerischen Wirtschaft und Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, um Menschen in Arbeit zu integrieren, betriebliche Ausbildung sowie Jobbegleiter und Ausbildungsakquisiteure zu fördern
  • Wohnungspakt Bayern: es sollen neue staatliche bzw. staatlich geförderte Mietwohnungen für Sozialwohnungsberechtigte (anerkannte Flüchtlinge und die einheimische Bevölkerung) entstehen; insbesondere baut der Freistaat im Rahmen des Staatlichen Sofortprogramms selbst Wohnungen in reduziertem Bau- und Wohnstandard für anerkannte Flüchtlinge und heimische Bedürftige
  • Mit der Wohnsitzzuweisung wird weitgehend die im Asylverfahren getroffene Zuweisungsentscheidung weitergeführt und auf die oftmals bereits begonnene Integration aufgebaut; die Wohnsitzzuweisung hilft Parallelgesellschaften und integrationshemmende räumliche Ungleichverteilung zu vermeiden
  • Flächendeckendes Netz an professionellen Beratungsstellen: Asylsozialberatung, Migrationsberatung, RückkehrberatungsstellenStärkung des Ehrenamtes durch Ehrenamtskoordinatoren, Integrationslotsen (Modellprojekte seit 01.05.2017)
  • Kommunenportal „Integration vor Ort“: Das Portal richtet sich gezielt an bayerische Kommunen und bietet Unterstützung mit umfassenden Informationen rund um das Thema Integration, z. B. zu den Lebensbereichen Wohnen, Arbeiten, Schule und Kinderbetreuung. Das Onlineangebot gibt damit Hilfestellungen für eigene Aktivitäten in den Kommunen sowie für das Vernetzen mit anderen Akteuren vor Ort, wie z. B. Vereinen, Wohlfahrtsverbänden oder Unternehmen.
  • Online-Portal „Dazugehören – Integration in Bayern“, gerichtet an Zugewanderte und Einheimische

Kultur

Kultur (SDGs 4, 11)

Kunst und Kultur sind identitätsstiftend und fördern maßgeblich den gesellschaftlichen und sozialen Zusammenhalt.

Es gilt daher, ein attraktives kulturelles Angebot in allen Landesteilen zu schaffen und zu bewahren. Hierzu zählen kulturelle Spitzenangebote wie Museen, Theater, Orchester und Baudenkmäler ebenso wie die Breitenkultur mit Volks- und Laienkunst oder Brauchtums- und Heimatpflege. Der Zugang zu Kultur und die Teilhabe an kulturellen Angeboten müssen allen sozialen Schichten und Altersgruppen offenstehen.

Ziele und Maßnahmen

  • Dauerhafte und verlässliche öffentliche Kulturfinanzierung
  • Erhalt der Vielfalt der bayerischen Museumslandschaft
  • Stärkung der öffentlichen Bibliotheken v.a. im ländlichen Raum als Kultureinrichtungen und Begegnungsstätten, Basis der Bildungsinfrastruktur und Mitgestalter unserer Wissens- und Informationsgesellschaft
  • Stärkung und Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Literaturvermittlung und Leseförderung.
  • Stärkung und Weiterentwicklung von Heimatpflege, Volks- und Laienkultur
  • Ausbau der bayerischen Sing- und Musikschullandschaft
  • stärkere Öffnung des Zugangs zu Kultur für alle sozialen Schichten und Altersgruppen sowie für Menschen mit Migrationshintergrund
  • Pflege, Förderung und zeitgemäße Fortentwicklung der Kultur der deutschen Heimatvertriebenen und Spätaussiedler

Korrespondierende UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)

Die Vereinten Nationen haben mit der Agenda 2030 einen Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) entwickelt. Die zur Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie korrespondierenden SDGs im Bereich Klimawandel sind:

Kein Armut; Interner Link Gesundheit und Wohlergehen; Interner Link Hochwertige Bildung; Interner Link Geschlechtergleichstellung; Interner Link Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum; Interner Link Industrie, Innovation und Wirtschaftswachstum; Interner Link Weniger Ungleichheiten; Interner Link Nachhaltige Städte und Gemeinden; Interner Link Frieden, Gerechtigkeit und starke institutionen; Interner Link

Weitere Informationen zu den UN-Zielen finden Sie hier.

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