BAYERISCHE NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE

zu den korrespondierenden Zielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (SDGs)

Nachhaltige Mobilität (SDGs 11, 13)

Mobilität ist ein Grundbedürfnis der Menschen und eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Notwendigkeit. Sie ist nachhaltig, wenn sie in ökonomischer Hinsicht der Wohlstandserhaltung und -mehrung dient, aus ökologischer Sicht ressourcenschonend, emissionsarm, regenerativ und aus sozialer Perspektive kein Selbstzweck ist.

Dementsprechend muss nachhaltige Mobilität auch die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung, von Familien mit Kindern und von Senioren angemessen berücksichtigen, gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel selbständige Lebensführung und gesellschaftliche Teilhabe mit barrierefreien und benutzerfreundlichen Verkehrsinfrastrukturen ermöglichen und der verstärkten Freizeitmobilität Rechnung tragen.
Mobilität ist aber auch verbunden mit Ressourcen- und Energieverbrauch, Emissionen sowie mit Unfällen, schlimmstenfalls auch mit Verletzten und Toten. Für den Verkehr der Zukunft gilt es daher, eine weitere Minimierung dieser Mobilitätslasten zu erreichen.

Zunehmender Bedarf an Verkehrsleistungen und die energie- und klimapolitischen Ziele erfordern einen verstärkten Einsatz und die Weiterentwicklung innovativer Technologien, die Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung sowie eine abgestimmte Entwicklung aller Verkehrsinfrastrukturen sowohl für den ländlichen Raum als auch für die Verdichtungsräume.

Nachhaltige Verkehrspolitik schafft vor allem Anreize durch marktwirtschaftliche Instrumente sowie adäquate Rahmenbedingungen und weitestgehenden Verzicht auf Dirigismus. Eine Internalisierung der externen (sozialen) Kosten des Verkehrs darf nur maßvoll, mit genügend zeitlichem Vorlauf und unter gerechter Einbeziehung aller Verkehrsträger erfolgen.

Ziele

  • Forschung, Entwicklung und Einsatz regenerativer Energie im Verkehr weiter voranbringen
  • Verlagerung möglichst großer Verkehrsanteile von der Straße auf die Schiene und auf Wasserstraßen sowie auf öffentliche Verkehrsmittel
  • Optimierung der Transportketten durch effizienten Einsatz unterschiedlicher Verkehrsträger und bestmögliche Nutzung vorhandener Infrastrukturen
  • Nutzung der verfügbaren Technologien sowie weitere technische Verbesserung der Fahrzeuge
  • Digitalisierung und Vernetzung aller Verkehrsangebote
  • Verbesserung der Nahmobilitätsangebote
  • Verbesserung der Verkehrssicherheit
  • Verbesserung der Barrierefreiheit
  • Verbesserung des Angebots sowie der Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit des öffentlichen Verkehrs

Maßnahmen

im Rahmen der Verkehrspolitik für

  • Verkehrsvermeidung durch das Prinzip der kurzen Wege und entsprechende Festlegungen im Rahmen der Landesplanung
  • Umsetzung Radverkehrsprogramm Bayern 2025 mit dem Ziel der Steigerung des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen auf 20 Prozent, Schaffung geeigneter Infrastruktur
  • ein optimiertes Gesamtverkehrssystem und eine Mobilitätsstrategie bzw. Mobilitätskonzepte mit dem Ziel bestmöglicher Kombination der Verkehrsträger
  • das Vorantreiben der Elektrifizierung von Schienenstrecken
  • Entlastung der übrigen Verkehrsträger durch den Beitrag der Binnenschifffahrt
  • Unterstützung der Verkehrsbetriebe und Kommunen beim Ausbau des ÖPNV, u.a. durch Förderung aus dem Landeshaushalt
  • eine konsequente Wettbewerbspolitik durch Ausschreibung von Verkehrsleistungen im Schienenpersonennahverkehr
  • weitere Verbesserungen bei den Fahrgastrechten
  • die Weiterentwicklung von Benutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit im Verkehr, insbesondere auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels

beim Ausbau innovativer Technologien im Verkehr durch

  • Förderung von gesteigerter Energieeffizienz und CO2- sowie NOx-Emissionsminderungen
  • die weitere Unterstützung der Elektromobilität
    • durch Ausbau einer bedarfsgerechten und flächendeckenden Ladeinfrastruktur,
    • weitere Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Elektromobilität (z.B. im Steuerrecht oder im Wohneigentums-/Mietrecht) sowie
    • durch Fortsetzung der Forschung und Entwicklung zur Elektromobilität
  • verstärkten Einsatz und die Weiterentwicklung von Biokraftstoffen
  • Ausbau der Verkehrstelematik und Nutzung der Möglichkeiten der Digitalisierung
    • Fortführung der Maßnahmenpakte des „Rahmenplan Verkehrsmanagement Bayern 2015“ mit Maßnahmenpaketen für eine störungsfreie, umweltgerechte und damit nachhaltige Verkehrsgestaltung
    • Ausbau der Verkehrsbeeinflussungsanlagen
    • Weiterentwicklung des „durchgängigen elektronischen Fahrgastinformations- und Anschlusssicherungs-Systems“ (DEFAS BAYERN) mit verkehrsmittelübergreifender Nutzung von Echtzeitdaten
    • Weiterentwicklung von Verkehrsinformationssystemen wie BayernInfo und Bayern-Fahrplan zur Verkehrsverlagerung, Steigerung der Effizienz der Verkehrsabläufe und für mehr Sicherheit im Verkehr

Korrespondierende UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)

Die Vereinten Nationen haben mit der Agenda 2030 einen Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) entwickelt. Die zur Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie korrespondierenden SDGs im Bereich Klimawandel sind:

Nachhaltige Städte und Gemeinden; Interner Link Maßnahmen zum Klimaschutz; Interner Link

Weitere Informationen zu den UN-Zielen finden Sie hier.

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