BAYERISCHE NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE

zu den korrespondierenden Zielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (SDGs)

Nachhaltige Wirtschaft und Nachhaltiger Konsum (SDGs 8, 12)

Ohne nachhaltiges Wachstum wird es nicht möglich sein, die Ziele der 2030-Agenda für nach-haltige Entwicklung zu erreichen. Insofern stehen die SDGs 8 und 12 in unmittelbarer Wech-selwirkung mit allen anderen SDGs. Nur eine leistungs- und zukunftsfähige Wirtschaft eröffnet künftigen Generationen ausreichend Gestaltungsmöglichkeiten, ihre Vorstellungen von Wohlstand, Lebensqualität, sozialer Sicherheit und intakter Umwelt mindestens in einer Weise und in einem Umfang verwirklichen zu können, wie die heutigen Generationen.

Vor dem Hintergrund von globalem Wettbewerb und demografischem Wandel gilt es, den Standort Bayern international konkurrenzfähig zu halten, die Wachstumsdynamik weiter zu steigern und die Wirtschaft an die Spitze der Zukunftstrends des 21. Jahrhunderts zu setzen. Damit zukunftsfähige Arbeitsplätze entstehen können muss nachhaltige Politik die Wirtschaft auf Klimawandel, steigende Rohstoffknappheit und die Digitalisierung aller Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche einstellen und nachhaltige Produktionsweisen, Produkte und Dienstleistungen vorantreiben. Dazu gehört auch das verstärkte Wirtschaften mit erneuerbaren, biobasierten Rohstoffen (Bioökonomie). Es gilt, weitere Fortschritte beim nachhaltigen Wirtschaften zu erzielen, indem alle technologischen Innovationspotenziale mobilisiert werden und dabei für gleichwertige Lebens- und Arbeitsbedingungen in allen Landesteilen gesorgt wird. Dabei stellt der demografische Wandel gerade im ländlichen Raum eine besondere Herausforderung dar.

Grundlage für neue Technologien und Verfahren im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung sind Forschung und Entwicklung und ein Wettbewerb der besten Ideen. Strategie und Maßnahmen der Staatsregierung für ein nachhaltiges Wirtschaften und nachhaltigen Konsum orientieren sich am Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft, die auf dezentrale Steuerung von Angebot und Nachfrage durch Markt, Wettbewerb und freie Preisbildung setzt und unmittelbare dirigistische Eingriffe möglichst vermeidet.

Über eine nachhaltige Wirtschafts- und Gesellschaftsentwicklung entscheiden aber nicht allein Staat, Wirtschaft oder technologische Innovationen, sondern maßgeblich auch das Konsumverhalten der Verbraucher. Hier kommt es darauf an, ihnen die erforderlichen Informationen und Instrumente an die Hand zu geben, um ein bewusstes nachhaltiges Handeln zu ermöglichen.

Ziele

  • Zukunftsfähigkeit durch überdurchschnittliche gesamtwirtschaftliche Investitionsquote sichern, Innovationskraft der bayerischen Wirtschaft stärken
    • Etablierung Bayerns als eine der innovativsten Regionen der Welt
    • Sicherung und Ausbau der Spitzenstellung Bayerns und auf allen Zukunftsfeldern der Hochtechnologie
    • weitere Steigerung des Anteils grüner Technologien an der Wertschöpfung
  • Position kleiner und mittelständischer Unternehmen auf den Wachstumsmärkten der Welt ausbauen
  • Position Bayerns als Wachstumsspitzenreiter mit einer nachhaltigen Dynamik ausbauen
  • Grundlagen für nachhaltige Entwicklung in allen Landesteilen durch Arbeitsplätze, Wirtschaftskraft und leistungsfähige mittelständische Betriebe sichern
  • Verbraucher in ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung stärken und ihr Bewusstsein für ein nachhaltiges Konsumverhalten fördern

Maßnahmen

  • Steigerung von Investitionen am Standort Bayern
    • in Mittelstand und Handwerk, u. a. mit dem Mittelstandskreditprogramm, Maßnahmen zur Risikoentlastung und der „Allianz zur Sicherung der Mittelstandsfinanzierung“
    • über die Ansiedlungsagentur Invest in Bavaria zur Gewinnung ausländischer Direktinvestitionen für Standorte in allen Landesteilen
    • durch neue tourismuspolitische Initiativen wie z. B. „Premium-Offensive Tourismus“ und „Almwirtschaften und Berggasthöfe“ durch ein mittelständisches Netzwerk im Rahmen des Mittelstandspakts
  • Sicherung des Zugangs zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum und zur Grundversorgung für alle durch Steigerung der Wohnungsbauinvestitionen
  • Stärkung der Fachkräftebasis
  • Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft zur Förderung nachhaltiger Produktionsweisen in Unternehmen im Rahmen des Umweltpakts Bayern
  • Innovations- und technologiepolitische Impulse
    • Technologieoffene Forschungsförderung
    • Ausrichtung der Technologieförderung auf die Bedingungen der Digitalisierung
    • Optimierung und Ausbau der FuE-Infrastruktur
    • Förderung von Unternehmensgründungen und Bereitstellung von Wagniskapital
    • Innovationsgutscheine für kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe
    • Förderung der Internationalisierung in Wissenschaft und Wirtschaft
    • Maßnahmen im Rahmen der Strategie „BAYERN DIGITAL“
      • Förderprogramm „Digitalbonus“: Errichtung von insgesamt zwölf digitalen Gründerzentren in allen bayerischen Regierungsbezirken
      • Errichtung des Zentrums Digitalisierung.Bayern (ZD.B)
      • Förderinitiative „Handwerk Digital“
  • Maßnahmen zur Erschließung von Auslandsmärkten, u.a.:
    • Ausbau der Außenwirtschaftsförderung in Zukunftstechnologien und Wachstumsregionen
    • Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern durch Fortbildung von Fach- und Führungskräften
  • Maßnahmen zur Stärkung der Entwicklung im ländlichen Raum, u.a.:
    • Förderung bayernweiter Breitbanderschließung
    • Fortführung der Regionalförderung auf hohem Niveau
    • Investivkredit „100 Pro“ für Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern
    • Unterstützung von Regionalmanagements und Regionalmarketing-Initiativen
    • Landesentwicklungsprogramm (LEP)
  • Maßnahmen zur Stärkung der Verbraucherverantwortung und gezielten Ausrichtung von Konsumentenentscheidungen an Nachhaltigkeitskriterien
    • Ausbau der Themenschwerpunkte „Nachhaltiger Konsum“ und „Energie“ im Verbraucherportal www.vis.bayern.de
    • Aktualisierung und Erweiterung der Informationen über Gütesiegel und Labels im Verbraucherportal www.vis.bayern.de sowie in der App „VerbraucherSchutz“
    • Ausbau der Verbraucherbildung (s. 6.3)
    • Marktbeobachtung und Rechtsanpassung an aktuelle Entwicklungen
    • Konsequente Ahndung von Rechtsverstößen

Korrespondierende UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)

Die Vereinten Nationen haben mit der Agenda 2030 einen Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) entwickelt. Die zur Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie korrespondierenden SDGs im Bereich Klimawandel sind:

Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum; Interner Link Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster; Interner Link

Weitere Informationen zu den UN-Zielen finden Sie hier.

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