BAYERISCHE NACHHALTIGKEITSSTRATEGIE

zu den korrespondierenden Zielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (SDGs)

Klimawandel (SDGs 11,13)

Der Klimawandel ist eine der gewaltigsten Herausforderungen für die Menschheit im 21. Jahrhundert. In Bayern von den Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen sind Alpenraum, Mittelgebirge und die großen Flusstäler.

Ohne rechtzeitiges und vorbeugendes Handeln würde der Klimawandel nach Prognosen des DIW die bayerische Volkswirtschaft bis zum Jahr 2050 ca. 112 Mrd. € kosten. Um die Auswirkungen des Klimawandels in einem möglichst kontrollierbaren Rahmen zu halten, wurde im Pariser Klimaschutzabkommen vom Dezember 2015 eine Obergrenze der globalen Erwärmung von max. + 2 Grad vereinbart. Dazu sollen die globalen Netto-Treibhausgasemissionen „in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts“ auf nahezu Null gesenkt werden. Bayern wird seinen Beitrag leisten, wobei die spezifischen CO2-Emissionen in Bayern mit rund 6 Tonnen CO2 pro Einwohner und Jahr bereits deutlich niedriger sind als im Bundesdurchschnitt.

Ziele

Ziel der Staatsregierung ist es, die Klimaschutzaktivitäten von Bund und EU wirksam zu unterstützen bzw. zu ergänzen. Die Umsetzung der vorsorgenden Drei-Säulen-Strategie „Reduktion, Anpassung und Forschung“ zählt daher zu den Handlungsschwerpunkten bayerischer Klimapolitik und wurde im Rahmen des Klimaschutzprogramms Bayern 2050 mit konkreten Klimaschutzzielen hinterlegt. Dies gilt auch vor dem Hintergrund des Ausstiegs aus der Kernenergie.

Bayerische Klimaschutzziele bis 2050

(Klimaschutzprogramm Bayern 2050 und Bayerisches Energieprogramm)

  • Erhalt der Spitzenposition im Klimaschutz im Bundes- und Europavergleich
  • Engagierter Beitrag zum europäischen Minderungsziel, die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um 80 bis 95 % zu reduzieren
  • Reduktion Treibhausgas-Emissionen
    • Verringerung der jährlichen energiebedingten CO2-Emissionen je Einwohner auf 5,5 Tonnen bis 2025
    • Reduzierung der jährlichen Treibhausgasemissionen je Einwohner auf unter 5 Tonnen bis 2030
    • Reduzierung der jährlichen Treibhausgasemissionen je Einwohner auf unter 2 Tonnen bis 2050
    • Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien und effiziente Energienutzung (vgl. Handlungsfeld 2 – Zukunftsfähige Energie)
  • Bestmögliche Anpassung aller klimasensitiven und verwundbaren Bereiche in Bayern an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels – Bayern bis 2050 klimasicher machen

Maßnahmen

  • Klimaschutzprogramm Bayern 2050 – Aktionspaket mit 11 Schwerpunkten:
    • Milderung des Klimawandels durch Emissionsminderung als internationale Vorbildfunktion
      • Energieeinsparung und Energieeffizienz
      • Ausbau Erneuerbarer Energien
      • Förderschwerpunkt „Kommunaler Klimaschutz“
      • Moorschutz und Moorrenaturierung in Bayern
      • Bayerische Klima-Allianz
    • Regionale Anpassung an die Folgen des Klimawandels
      • Programm „Bayern klimasicher machen“ (mit Elementen aus Wasserwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, Kommunen und Wirtschaft)
      • GEORISK-Kataster
    • Forschung und Entwicklung
      • Bayerisches Klimaforschungsnetzwerk mit Schwerpunkt interdisziplinäre Klimafolgenforschung
      • Umweltforschungsstation Schneefernerhaus
      • Bayerischer Klima-Report
      • Ressortspezifische Forschung und Entwicklung
  • Bayerische Klima-Anpassungsstrategie (BayKLAS) zur bestmöglichen Anpassung der klimasensitiven und verwundbaren Bereiche in Wirtschaft, Gesellschaft, Infrastruktur und Natur Bayerns an die Folgen des Klimawandels. BayKLAS gibt einen Überblick sowohl über die bereits beobachteten als auch die künftig zu erwartenden klimatischen Veränderungen in Bayern und leitet die wichtigsten Folgen ab. Hierzu werden bereits bestehende und mögliche Klimaanpassungsmaßnahmen in Bayern dargestellt. Schwerpunkte sind:
    • Hochwasserschutzmaßnahmen einschließlich Maßnahmen zum Schutz vor den Auswirkungen von Stark- und Dauerregen,
    • Stabilisierung und Sicherung des Wasserhaushaltes,
    • Vorsorge gegen Trockenheit und Dürre,
    • Erhalt und Renaturierung natürlicher und genutzter Kohlenstoffsenken (z.B. Moore),
    • Schutzmaßnahmen für (Berg)Wälder und Aufbau klimatoleranter Waldbestände,
    • Stabilisierung der biologischen Vielfalt und Ökosysteme,
    • Minimierung der Risiken durch Geogefahren,
    • Vorsorge gegen Gefahren durch neue Schädlinge und Überträger von Krankheiten,
    • Verringerung der Folgen von Hitzebelastung,
    • Schaffung nachhaltiger und klimaschonender Siedlungsentwicklung, Verkehrsinfrastruktur, Energieproduktion und Tourismuswirtschaft,
    • Schutz der Alpen und ihrer natürlichen und naturnahen Lebensräume,
    • Weiterentwicklung von Forschung und Monitoring
  • Bayerische Klima-Allianz: Gemeinsames Engagement von Staatsregierung und rund 40 Partnern aus der Gesellschaft für mehr Klimaschutz in Bayern. Ziele der Klima-Allianz sind es, Bewusstseinsbildung in allen gesellschaftlichen Gruppen für die Belange des Klimaschutzes zu schaffen, Informationen zum Thema Klimaschutz anzubieten, Handlungsmöglichkeiten im Klimaschutz aufzuzeigen und mit den Partnern gemeinsame Aktionen durchzuführen. Eine wichtige gemeinsame Aktion ist die jährlich stattfindende Bayerische Klimawoche.

Korrespondierende UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)

Die Vereinten Nationen haben mit der Agenda 2030 einen Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) entwickelt. Die zur Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie korrespondierenden SDGs in diesem Handlungsfeld sind:

Nachhaltige Städte und Gemeinden; Interner Link Maßnahmen zum Klimaschutz; Interner Link

Weitere Informationen zu den UN-Zielen finden Sie hier.

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