Bayerische
Staatsregierung

Die Bayerische Nachhaltigkeitsstrategie

zum Thema Erhaltung und Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen

Zu den natürlichen Ressourcen zählen mineralische und energetische Rohstoffe, Energiequellen wie Wind und Sonne, Umweltmedien wie Boden und Wasser sowie eine biologisch vielfältige Flora und Fauna.

Ressourcen sind nicht beliebig verfügbar und ihre Nutzungen sind meist mit Belastungen für die Umwelt verbunden. Es gilt daher, den hohen Wirtschafts undLebensstandard bei knapper werdenden wichtigen Ressourcen zu erhalten und weiter zu verbessern, ohne dass sich der Zustand der Umwelt und die Chancen folgender Generationen auf Wachstum und Wohlstand verschlechtern. Dazu müssen Boden, Energie, Rohstoffe und Wasser insgesamt deutlich effizienter eingesetzt werden.

Rohstoffe

Bayern verfügt über wenig heimische Bodenschätze wie Sand, Kies und Naturstein und ist bei Hightech-Metallen wie Chrom oder Lithium auf ausländische Importe angewiesen. Rohstoffe bedeuten vor allem im produzierenden Gewerbe einen wesentlichen Kostenfaktor und ihre Gewinnung ist mit Umweltbelastungen verbunden. Der Rohstoffverbrauch in Bayern liegt aktuell unter dem Bundesdurchschnitt.

Für eine nachhaltige bayerische Rohstoffwirtschaft gilt es, den Rohstoffverbrauch weiter zu senken und die Rohstoffversorgung auch künftig zu erschwinglichen Preisen und unter Einhaltung angemessener ökologischer und sozialer Standards sicherzustellen.

Ziele

  • Bayern als Vorreiter bei der nachhaltigen Ressourcennutzung etablieren
  • Entkopplung der wirtschaftlichen Entwicklung vom Rohstoffverbrauch
  • Verdoppelung der Rohstoffproduktivität bis 2020
  • Weitere Senkung des Rohstoffverbrauchs pro Kopf und Jahr unter 13 Tonnen
  • Steigerung der Rohstoffgewinnung aus Abfällen und des Einsatzes von
  • Sekundärrohstoffen in Produkten
  • Steigerung des Einsatzes an nachwachsenden Rohstoffen

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Maßnahmen

  • Interministerielle Arbeitsgruppe „Rohstoffstrategie“ in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, Verbänden und Hochschulen
  • Arbeitsforum „Integrierte Produktpolitik und Ressourceneffizienz“ im Rahmen des Umweltpakts Bayern IV, Bildung eines Netzwerkes „Ressourceneffizienz“
  • Stärkung der Ressourcen- und Rohstoffforschung
  • Sicherung der Produktionspotenziale heimischer Lebensmittel, heimischen Holzes und nachwachsender Rohstoffe in Bayern

Boden

Böden erfüllen viele Funktionen, die durch Stoffeintrag, Erosion, Verdichtung und Versiegelung zum Teil dauerhaft eingeschränkt oder zerstört werden. Geschädigte und überbaute Böden stehen der Land- und Forstwirtschaft für eine nachhaltige Lebensmittel- und Rohstoffproduktion allenfalls eingeschränkt zur Verfügung, führen zum Verlust bayerischer Kultur- und Erholungslandschaft und können Grundwasser und Gesundheit gefährden. Versiegelte Böden speichern und filtern weniger Wasser, beeinflussen das Lokalklima nachteiligund binden weniger Feinstaub.

Mit Blick in die Zukunft gilt es daher, den Flächenverbrauch weiter deutlich zu reduzieren und nutzungsbedingte Schädigungen von Böden zu vermeiden, aber auch die Folgen früherer industrieller oder militärischer Bodennutzung (Altlasten) aufzuarbeiten. Bayerischer Bodenschutz beinhaltet damit neben Nachsorge vor allem Vorsorge.

Ziele

  • Erhalt gesunder und produktiver Böden
  • Der Flächenverbrauch soll deutlich reduziert werden. Langfristig ist eine Flächenkreislaufwirtschaft ohne weiteren Flächenneuverbrauch anzustreben.
  • Klärung des Altlastenverdachts bis 2020 bei möglichst vielen Verdachtsflächen sowie Förderung der Altlastensanierung und des Flächenrecyclings
  • Weiterführung der Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern mbH (GAB)
  • Bereitstellung geowissenschaftlicher Grundlagen flächendeckend für Bayern
  • Stärkung des Bodenbewusstseins

Maßnahmen

  • Weiterführung des Netzwerks „Bündnis zum Flächensparen“
  • Vielfältige Unterstützung der Kommunen beim Flächenmanagement
  • Schwerpunktsetzung bei der interkommunalen Zusammenarbeit und Mobilisierung der Innenentwicklungspotenziale.
  • Konsequenter Vollzug rechtlicher Rahmenbedingungen in BauGB und LEP mit dem Ziel des Flächensparens
  • Weiterentwicklung der guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft
  • Aufbau alternativer Verwertungskapazitäten für Klärschlämme außerhalb der Landwirtschaft
  • Ermittlung geowissenschaftlicher Grundlagen für ganz Bayern bis 2025
  • Boden als Dauerthema in der Umweltbildung von Schulen und Bildungseinrichtungen
  • Nutzung der Bodenordnung zur Verminderung der Erosion

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Wasser

Wasser ist Bestandteil des Naturhaushalts und lebenswichtige Ressource für Mensch, Tier und Pflanze.

Für heutige und künftige Generationen gilt es daher, Wasser verantwortlich zu nutzen und konsequent auf hohem Niveau zu schützen. Die stoffliche Belastung von Gewässern muss auf ein verträgliches Maß beschränkt werden. Nur auf diese Weise lässt sich insbesondere die gute Qualität des bayerischen Trinkwassers dauerhaft erhalten. Gleichzeitig gilt es, auch vor den Gefahren des Wassers, insbesondere vor Hochwasser, zu schützen:

Mit dem Hochwasserschutz-Aktionsprogramm 2020 hat Bayern ein integrales Konzept aus Hochwasserrückhalt, technischem Hochwasserschutz und Hochwasservorsorge eingeführt. Neue Herausforderungen für den Hochwasserschutz und das Niedrigwassermanagement ergeben sich auch aus dem Klimawandel

Ziele

  • Gewässerschutz und -entwicklung
    • Erreichen des ökologisch, mengenmäßig und chemisch „guten Zustands“ im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in allen Gewässern Bayerns bis 2027
    • Ausreichend verfügbares sauberes Trinkwasser in ganz Bayern
    • Anschluss von 97 % der Bevölkerung an kommunale Kläranlagen bis 2015 und die Entsorgung des restlichen Anteils über Kleinkläranlagen nach dem Stand der Technik
    • Umkehrung evtl. steigender Schadstofftrends im Grundwasser bis 2020
    • Vernetzung von Fluss und Aue
  • Wassernutzung
    • Ausbau des Niedrigwassermanagements, Absicherung der Wasserbilanzen und Versorgungssicherheit der öffentlichen Wasserversorgung sowie nachhaltiger Möglichkeiten für die landwirtschaftliche Bewässerung
    • Steigerung der Stromerzeugung aus Wasserkraft unter Berücksichtigung der Belange von Wasserwirtschaft und Naturschutz
  • Hochwasserschutz
    Vermeidung und Begrenzung von Hochwasserrisiken und -schäden

Maßnahmen

  • Umsetzung der Maßnahmenprogramme nach der WRRL
  • Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRMRL) in Verbindung mit dem Bayerischen Hochwasserschutz-Aktionsprogramm 2020
  • Umsetzung der Ziele von WRRL und Hochwasserschutz auch mit Projekten der integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) und Flurneuordnung
  • „Aktion Grundwasserschutz“ in Unterfranken und Oberfranken mit Übertragung auf weitere Regierungsbezirke
  • Wasserversorgungsbilanz 2025 - Erhebung und Bewertung der öffentlichen Wasserversorgung zur nachhaltigen Sicherung der Trinkwasserversorgung
  • Erfassung, Abgrenzung und Bewertung von Einzugsgebieten für Trinkwassergewinnungen als Gebietskulisse für für planerische Maßnahmen,Risikoanalysen, Vulnerabilitätsbewertungen und Maßnahmengebiete
  • Projekt „Technologietransfer Wasser“ zur Unterstützung der internationalen Vernetzung von Know-how für eine nachhaltige Wasserwirtschaft
  • Unterstützung bei der naturnahen Bewirtschaftung der Bergwälder sowie der Schutzwaldsanierung
  • Auenprogramm Bayern zur Bündelung wasserwirtschaftlicher und naturschutzfachlicher Belange und als zentrale Kommunikationsplattform

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Biologische Vielfalt

Die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten, ihre genetische Vielfalt und die Vielfalt der Lebensräume sichern die Stabilität der Ökosysteme und die Anpassungsfähigkeit an geänderte Umweltbedingungen. Der Erhalt der biologischen Vielfal ist daher weltweit als bedeutsame Aufgabe anerkannt und hat in Bayern Verfassungsrang. Landschaftliche Schönheit Bayerns, seine Anziehungskraft für Touristen und die Lebensqualität seiner Bürger basieren auf seiner Vielfalt an wertvollen Kulturlandschaften mit einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Biodiversität, Natur und Landschaft haben daher auch erheblichen ökonomischen Wert.

Es gilt daher, Bayerns biologische Ressourcen für die kommenden Generationen zu erhalten und einen nachhaltigen Umgang damit zu erreichen.

Angesichts des zunehmenden Verlusts biologischer Vielfalt auch in Bayern hat die Staatsregierung im April 2008 eine Bayerische Biodiversitätsstrategie beschlossen.

Ziele

  • Sicherung der Arten- und Sortenvielfalt sowie der bedrohten Kultursorten und Nutztierrassen
  • Erhaltung der Vielfalt der Lebensräume
  • Verbesserung der ökologischen Durchlässigkeit
  • Vermittlung und Vertiefung von Umweltwissen

Maßnahmen

  • Biodiversitätsstrategie
    Beispiele für einzelne Umsetzungsmaßnahmen: Biodiversitätskampagne, Samenbank „Genreserve Bayern“, Bildungsinitiativen,
    Informationsplattform „Netzwerk Bayern Arche“
  • Programme des Naturschutzes und der Landschaftspflege
  • Agrarumweltprogramme
  • Projekte der Ländlichen Entwicklung
  • Beschreibung aktueller Situation, Maßnahmen und Handlungsschwerpunkte im Artenschutzbericht
  • Programme für den Ökologischen Landbau
  • Naturnahe und nachhaltige Forstwirtschaft mit integrativem Ansatz im Waldnaturschutz

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Weiterführende Informationen

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