Bayerische
Staatsregierung

Die Bayerische Nachhaltigkeitsstrategie

zum Thema Klimawandel

Der Klimawandel ist eine der gewaltigsten Herausforderungen für die Menschheit im 21. Jahrhundert. In Bayern von den Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen sind Alpenraum, Mittelgebirge und die großen Flusstäler.

Ohne rechtzeitiges und vorbeugendes Handeln würde der Klimawandel nach Prognosen des DIW die bayerische Volkswirtschaft bis zum Jahr 2050 ca. 112 Mrd. Euro kosten. Um die Auswirkungen der globalen Erwärmung in einem möglichst kontrollierbaren Rahmen zu halten, müssen die globalen Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 halbiert werden. Bayern wirdseinen Beitrag leisten, wobei die spezifischen CO2-Emissionen in Bayern mit rund 6 Tonnen CO2 pro Einwohner und Jahr bereits um gut ein Drittelniedriger sind als im Bundesdurchschnitt.

Ziele

Ziel der Staatsregierung ist es, die Klimaschutzaktivitäten von Bund und EU wirksam zu unterstützen bzw. zu ergänzen. Die Umsetzung der vorsorgenden Drei-Säulen-Strategie „Reduktion, Anpassung und Forschung“ zählt daher zu den Handlungsschwerpunkten bayerischer Klimapolitik und wurde im Rahmen des Klimaprogramms Bayern 2020 mit konkreten Klimaschutzzielen hinterlegt. Das Bayerische Energiekonzept „Energie Innovativ“ sieht u.a. vor, am Klimaschutzziel festzuhalten und die energiebedingten CO2-Emissionen pro Kopf in Bayern deutlich unter 6 Tonnen jährlich zu reduzieren.

Bayerische Klimaschutzziele bis 2020
(Klimaprogramm Bayern 2020 und Energiekonzept Energie Innovativ)

  • Erhalt der Spitzenposition im Klimaschutz im Bundes- und Europavergleich
  • Reduktion CO2-Emissionen
    • Verringerung der jährlichen energiebedingten CO2-Emissionen je Einwohner auf deutlich unter 6 Tonnen bis 2020
    • Steigerung der Energieproduktivität um 30 % bis 2020
    • Steigerung des Einsatzes Erneuerbarer Energien:
      Verdoppelung des Anteils am Endenergieverbrauch auf 20 %, Erhöhung des Anteils am Stromverbrauch auf 50 % bis 2021
    • Nutzung des Potentials zur Steigerung der Stromerzeugung aus Wasserkraft unter Berücksichtigung der Belange von Wasserwirtschaft und Naturschutz
    • Erhöhung des Beitrags der Tiefengeothermie auf knapp 1 % am Gesamtenergieverbrauch und rund 0,6 % am Stromverbrauch bis 2021
    • Erhöhung des Anteils der Biomasse am Stromverbrauch auf knapp 10 %
    • Reduzierung des Wärmebedarfs in Gebäuden um 20 % und des industriellen und gewerblichen Prozesswärmebedarfs um 15 % bis 2021.
  • Bestmögliche Anpassung aller klimasensitiven und verwundbaren Bereiche in Bayern an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels

Maßnahmen

Klimaprogramm Bayern 2020 (KLIP 2020)

Aktionspaket mit 14 Schwerpunkten in den Bereichen Reduktion, Anpassung und Forschung. Die Staatsregierung hat hierfür bis 2011 insgesamt 350 Mio. Euro zusätzlich zu laufenden Maßnahmen bereitgestellt. Bis 2016 sollen zusätzlich rund 1 Mrd. Euro für Klima, Energie und Innovation zur Verfügung gestellt werden, u. a. für energetische Sanierung staatlicher Gebäude, zur Fortführung des CO2 -Minderungsprogramms für kommunale und kirchliche Liegenschaften, für die Klima-Allianz, für Anpassungsmaßnahmen wie Waldumbau und Moorrenaturierung sowie für Forschungsprojekte.

Beispiele für einzelne Maßnahmen des KLIP 2020:

  • Sonderprogramm zur energetischen Sanierung staatlicher Liegenschaften
  • Investitionspakt Bund-Länder-Kommunen zur energetischen Sanierung sozialer Infrastruktur
  • Maßnahme „BioEnergie für Bayern“
  • Hochwasserschutz-Aktionsprogramm 2020 plus
  • Waldumbauprogramm und Schutzmaßnahmen im Bergwald
  • Sonderprogramm zur Stabilisierung der biologischen Vielfalt und von Ökosystemen
  • Forschungsverbund FORKAST- Auswirkungen des Klimas auf Ökosysteme und klimatische Anpassungsstrategien
  • Neuausrichtung der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus zu einem international vernetzten Zentrum für Höhen- und Klimaforschung
  • Weiterentwicklung des Projekts KLIWA (Klimaveränderung und
  • Konsequenzen für die Wasserwirtschaft)
  • Forschungsverbund VICCI zum Thema „Gesundheitliche Folgen des Klimawandels in Bayern“

Bayerische Klima-Anpassungsstrategie (BayKLAS)

Umfassende Handlungsmöglichkeiten und konkrete Maßnahmen, mit denen auf die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels zum Schutz von Mensch und Umwelt reagiert werden kann. Auch betroffene Unternehmen können sich mit Strategien und Techniken besser auf zukünftige Risiken und den Umgang mit dem Klimawandel vorbereiten und Chancen nutzen. Mit verschiedenen Programmen z. B. zum Hochwasserschutz, zum Waldumbau oder zur Stabilisierung der biologischen Vielfalt ist die Anpassung bereits konkret im Gang.

Bayerische Klima-Allianz

Gemeinsames Engagement von Staatsregierung und über 20 Partnern aus der Gesellschaft für mehr Klimaschutz in Bayern. Ziele der Klima-Allianz sind es, Bewusstseinsbildung in allen gesellschaftlichen Gruppen für die Belange des Klimaschutzes zu schaffen, Informationen zum Thema Klimaschutz anzubieten, Handlungsmöglichkeiten im Klimaschutz aufzuzeigen und mit den Partnern gemeinsame Aktionen durchzuführen. Eine wichtige gemeinsame Aktion ist die jährlich stattfindende Bayerische Klimawoche.

Weiterführende Informationen

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