Bayerische
Staatsregierung

Dialog zur Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie

Vom 8. Dezember 2011 bis 8. Februar 2012 stand der Strategieentwurf in einem Dialog- und Konsultationsverfahren unter www.nachhaltigkeit.bayern.de für die Öffentlichkeit zur Diskussion bereit.
Bürger, Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hatten die Möglichkeit sich an der Diskussion über Handlungsbedarf und Maßnahmen für ein nachhaltiges Bayern für die kommende Jahre zu beteiligen.

Wie konnten Sie sich beteiligen?

Online-Fragebogen:

  • Sie konnten uns beispielsweise sagen, welche der von uns identifizierten Handlungsfelder einer nachhaltigen Entwicklung für Sie persönlich am wichtigsten sind - oder ob für Sie weitere Handlungsfelder zentral sind?
  • Oder Sie konnten uns Ihre Vorschläge für weitere Maßnahmen in den einzelnen Handlungsfeldern des Strategieentwurfs nennen - wie sah Ihr ganzheitlicher Lösungsansatz aus?

Diskussionsforum:

Regelmäßig wurden in unserem Diskussionsforum ausgewählte Beiträge aus den einzelnen Handlungsfeldern vorgestellt, die kommentiert werden konnten. Gerne können Sie noch einmal einen Blick auf die Diskussion werfen.

Was passierte mit Ihren Beiträgen?

Unter Berücksichtigung der Dialogergebnisse erarbeitete die Interministerielle Arbeitsgruppe eine endgültige Fassung der Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie und legte diese dem Ministerrat zur Beschlussfassung vor.
Nähere Informationen zur Auswertung

Ausgewählte Beiträge aus dem Dialogverfahren

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evang.-Luth. Kirche in Bayern (kda) zum Thema Finanzpolitik

Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (kda) der Evang.-Luth. Kirche in Bayern: Eine nachhaltige Finanzpolitik muss an erster Stelle die Verteilungsfrage stellen und eine gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen in unserer Gesellschaft zum Ziel haben. Sie muss außerdem realwirtschaftliche, ressourcenschonenende Investitionen von Unternehmen fördern, ebenso staatliche Aktivitäten im Sozial- und Bildungsbereich. Last but not least ist die Regulierung der Finanzmärkte von zentraler Bedeutung. Deshalb muss sie die Einführung einer Finanztransaktionssteuer fordern, um kurzfristige, spekulative Aktivitäten an Finanzmärkten einzudämmen. Dabei werden die Steuereinnahmen nachhaltig ‚angelegt’, indem sie in die Bekämpfung von Armut und Hunger national und international investiert werden und für den Schutz des Klimas (weitere Info’s: http://www.kda-bayern.de/mitnehmen/news-long/finanztransaktionssteuer).

Herr S. zum Thema Zukunftsfähige Energie

Aufbau einer dezentralen Energieversorgung, Förderung von Photovoltaik und Windenergie, Ausweisung und Durchsetzung geeigneter Standorte für Windkraftanlagen, auch gegen lokale Widerstände, denn eine klimaneutrale Energieversorgung ist wichtiger als ein falsch verstandenes Bild von “Landschaftsschutz”, Aufstellung einer Liste geeigneter Standorte für Speicherkraftwerke

Herr S. zum Thema Staat und Verwaltung

mehr Angestellte und Beamte in den unteren Verwaltungsebenen, wo die Bürger direkt davon profitieren, u.a. bei Finanzämtern (Steuergerechtigkeit und Verringerung der -hinterziehung), Polizei, Justiz (gerechtere, schnellere Entscheidungen), Schulen

Herr S. zum Thema Nachhaltige Wirtschaft und nachhaltiger Konsum

lokale Strukturen fördern die EU bei ihren Bemühungen um Reparaturfähigkeit, Lebensdauer und Wiederverwertbarkeit von Produkten unterstützen

Herr S. zum Thema Sozialer Zusammenhalt

Heranziehung aller Erwerbstätigen, auch der Selbständigen, und aller Einkommen, nicht nur des Arbeitslohns, zur Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme

Herr W. zum Thema Klimawandel

Durch Gesetz den Standby-Verbrauch von z.B. Telefonen, Fernsehern, also allen im Standby laufenden Geräten auf 0,5 Watt (siehe Gigaset) zu begrenzen. Einsparung mindestens 1 AKW, eher mehr. Verpflichtung von Gemeinden Ampelschaltungen zu optimieren. Es gibt keine Gemeinde mit Ampeln in Deutschland, die verbrauchssenkende Ampelanlagen, das heißt, verkehrsflußoptimierte Ampelanlagen betreibt. Abwärmenutzung von PKW und LKW, um Kaltstarts zu minimieren. siehe VW-Entwicklung in den 70er Jahren. Aus energetischer Sicht überdenken der Trennung von Wohn- und Gewerbegegenden wegen gemeinsamer Nutzung von Abwärme.

Herr H. zum Thema Sozialer Zusammenhalt

Eltern haben auch heute noch trotz vieler widriger Umstände die Bereitschaft, Kinder in die Welt zu setzen und zu vernüftigen und verantwortungsvollen Menschen zu erziehen. Diese Leistung wirkt sich durch immer wieder neue Ideen und Inovationskraft einer jungen Generation auf die ganze Gesellschaft nachhaltig aus. Sollte die Politik hier nicht das verbindliche Angebot machen, einen gewissen “Ausgleich” für die Erziehungsarbeit zu leisten. Erziehungsarbeit endet nicht am Feierabend, nicht am Wochenende wie eine reguläre Arbeit, die dem Broterwerb dient. Mein Vorschlag wäre, beide Elternteile unabhängig von Lebens- und Arbeitsverhältnissen pro Kind 1 Jahr eher in Rente gehen zu lassen mit finanziell vollem Ausgleich. Ihr Beitrag wirkt sich ja auch direkt auf eine spätere Möglichkeit, Renten künftig weiterhin für alle Bürger finanzieren zu können, positiv aus. Ein zugegeben erst spät im Leben wirkender Anreiz, aber aufgrund der Aussicht, vielleicht doch nicht bis 67 arbeiten zu müssen, ohne finanzielle Einbußen zu haben, hätte durchaus seinen Charme. Die finanziell besseren Verhältnisse in der Rente wären ein gewisser Lohn der elterlichen Erziehungsarbeit. Außerdem dient die “gewonnene” Zeit sicher wieder der Unterstützung der Enkelgeneration. So schließt sich der Kreis. Vielleicht würden sich dadurch wieder mehr Menschen auf Kinder einlassen. Wer sie einmal hat, erkennt ja doch sehr schnell, dass eine Familie mit Kindern sehr, sehr viele schöne Seiten hat.

Herr R. zum Thema Sozialer Zusammenhalt

Gerechte Besteuerung aller Einkünfte und Vermögen um ein weiteres Auseinanderklaffen der Schere zwischen Arm und Reich zu unterbinden. Die Steuerbefreiung für Unternehmen bei der Erbschaftsteuer ist skandalös: Unternehmensvermögen in Einzelfällen bis zu 150 Mio € bleiben ohne Steuer Nicht verwandte Personen dagegen werden mit 30% besteuert. Einführung von Mindestlöhnen und Reduzierung der 400.-€ -Jobs, welche die Sozialen Kosten (Rente) im Endeffekt vom Unternehmen auf den Steuerzahler verlagert und die Armut jetzt und im Alter fördert. Das gefährdet den sozialen Frieden!

Herr R. zum Thema Erhaltung und Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen

Mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft , weg von der industriellen Landwirtschaft Umstellung der Europäischen Agrarförderung : Berücksichtigung von Umweltauflagen, weg von der Flächenprämie Kreislaufwirtschaft Erhöhung der Recyclingraten

Herr R. zum Thema Zukunftsfähige Energie

Verbesserung der Energieeffizienz in allen Sektoren. Energetische Sanierung des Gebäudebestandes. Belohnung eines niedrigen Stromverbrauches durch progressiven Stromtarif